Coaching für Führungskräfte

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Lesezeit: ca. 15 Minuten

Coaching für Führungskräfte ist eine professionelle, vertrauliche Begleitung, die Menschen in Leitungsverantwortung dabei unterstützt, klarer zu führen, bessere Entscheidungen zu treffen und dabei selbst gesund und leistungsfähig zu bleiben. Anders als ein Seminar vermittelt Führungskräfte Coaching kein Standardwissen, sondern arbeitet an den konkreten Situationen, Mustern und Fragen der einzelnen Führungskraft – vom Umgang mit Konflikten im Team über die eigene Rolle und Wirkung bis zur Balance zwischen Verantwortung und Privatleben. Typische Anlässe sind der Wechsel in eine neue Führungsrolle, anhaltende Überlastung, festgefahrene Teamkonflikte oder das Gefühl, trotz äußeren Erfolgs innerlich auf der Stelle zu treten.

In diesem Ratgeber beantworte ich die häufigsten Fragen rund um das Coaching von Führungskräften: Was macht ein Coach konkret, welche Methoden kommen zum Einsatz, was kostet die Begleitung – und welche Modelle, Eigenschaften und Führungsstile Sie kennen sollten, wenn Sie an Ihrer eigenen Führung arbeiten wollen.

Was macht ein Coach für Führungskräfte?

Ein Coach für Führungskräfte hilft Menschen in Leitungsverantwortung, ihre eigene Führung zu reflektieren, blinde Flecken zu erkennen und konkrete Lösungen für ihre aktuellen Herausforderungen zu entwickeln. Der Coach gibt dabei keine fertigen Antworten vor. Er stellt die Fragen, die im Alltag niemand stellt, macht Denk- und Verhaltensmuster sichtbar und begleitet die Führungskraft dabei, eigene, tragfähige Entscheidungen zu treffen.

Das unterscheidet Coaching grundlegend von Beratung und Training: Ein Berater liefert Fachlösungen, ein Trainer vermittelt Fertigkeiten – ein Coach arbeitet an der Person selbst. In der Praxis bedeutet das: Die Führungskraft bringt eine reale Situation mit, etwa einen schwelenden Konflikt mit einem Bereichsleiter, eine anstehende Personalentscheidung oder das Gefühl chronischer Überlastung. Im geschützten Gespräch wird sichtbar, welche Anteile die Situation hat, welche davon in der eigenen Hand liegen und welcher nächste Schritt wirklich dran ist.

Ein zweiter, oft unterschätzter Wert: Der Coach ist für viele Führungskräfte der einzige Gesprächspartner ohne eigene Interessen. Dem Vorstand gegenüber will man souverän wirken, dem Team gegenüber stabil, der Familie gegenüber stark. Im Coaching für Führungskräfte darf zum ersten Mal alles auf den Tisch – vertraulich und ohne Bewertung. Genau daraus entsteht die Klarheit, die im Alltag fehlt.

Welche Methoden gibt es im Coaching für Führungskräfte?

Im Coaching für Führungskräfte haben sich vor allem fünf Methodengruppen bewährt: systemische Fragetechniken, lösungsfokussierte Kurzzeit-Ansätze, Feedback-Instrumente, Rollen- und Perspektivwechsel sowie körper- und achtsamkeitsbasierte Verfahren.

Systemisches Coaching betrachtet die Führungskraft nie isoliert, sondern immer im Zusammenspiel mit Team, Organisation und privatem Umfeld. Zirkuläre Fragen („Wie würde Ihr Team diese Entscheidung beschreiben?“) öffnen Perspektiven, die im Alltag verschlossen bleiben. Der lösungsfokussierte Ansatz nach Steve de Shazer richtet den Blick konsequent auf das, was bereits funktioniert, statt Probleme endlos zu analysieren. Feedback-Instrumente wie strukturierte Selbst- und Fremdbildabgleiche machen die Lücke zwischen beabsichtigter und tatsächlicher Wirkung sichtbar – für viele Führungskräfte der wertvollste Erkenntnismoment im gesamten Prozess.

Dazu kommen Aufstellungs- und Visualisierungsarbeit, um komplexe Team- und Organisationsdynamiken buchstäblich vor Augen zu haben, sowie zunehmend achtsamkeits- und stressphysiologische Methoden: Atemtechniken, Stille-Übungen und Ansätze zur Selbstregulation. Letztere haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen, weil klar geworden ist, dass Führungsqualität unmittelbar vom inneren Zustand abhängt – wer dauerhaft im Stressmodus entscheidet, entscheidet reaktiv. Ein seriöser Coach wählt die Methode nach Anliegen und Person aus, nicht umgekehrt.

Was kostet Führungskräftecoaching?

Die Kosten für Führungskräftecoaching hängen von vier Faktoren ab: der Qualifikation und Erfahrung des Coaches, dem Format (einzelne Sitzungen oder Gesamtprogramm), der Dauer des Prozesses und davon, ob der Arbeitgeber oder die Führungskraft selbst zahlt. Berufsverbände wie DBVC und ICF veröffentlichen regelmäßig Marktübersichten; die Spannen sind erheblich, weil „Coach“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist.

Wichtiger als der reine Stundensatz ist die Frage nach dem Gegenwert. Eine einzige verschleppte Personalentscheidung, ein eskalierter Teamkonflikt oder ein Burnout in der Führungsebene kostet ein Unternehmen ein Vielfaches eines Coaching-Prozesses. Deshalb rechnen viele Unternehmen Coaching von Führungskräften längst zur normalen Personalentwicklung, und in vielen Fällen übernimmt der Arbeitgeber die Kosten ganz oder teilweise – nachzufragen lohnt sich fast immer.

Für die eigene Orientierung gilt: Seriöse Coaches bieten ein kostenloses Erstgespräch an, in dem Anliegen, Vorgehen und Konditionen transparent geklärt werden. Misstrauisch sollten Sie werden, wenn lange Vertragslaufzeiten ohne Ausstiegsmöglichkeit verlangt werden oder große Versprechen ohne klaren Prozess dahinter stehen. Ein professionelles Führungskraft Coaching definiert am Anfang gemeinsam messbare Ziele – daran lässt sich der Wert später ehrlich überprüfen.

Die bekannten Führungsmodelle im Überblick: Säulen, Grundsätze und Regeln

Wer nach Führung sucht, stößt auf eine Vielzahl nummerierter Modelle – drei Säulen, fünf Grundsätze, zehn Regeln. Diese Modelle stammen aus unterschiedlichen Schulen und überschneiden sich stark. Keines ist „das richtige“; ihr Wert liegt darin, der eigenen Führung eine Sprache und Struktur zu geben. Die wichtigsten im Überblick:

Was sind die 3 Säulen der Führung?

Die drei Säulen der Führung sind in den meisten Modellen: Selbstführung, Mitarbeiterführung und Unternehmensführung – also die Führung der eigenen Person, die Führung von Menschen und die Führung von Strukturen und Zielen. Die Reihenfolge ist kein Zufall: Wer sich selbst nicht führen kann – die eigene Energie, die eigenen Prioritäten, die eigenen Reaktionsmuster –, führt andere aus dem Zufall heraus. Selbstführung ist das Fundament, auf dem alles andere steht. Genau hier setzt gutes Coaching für Führungskräfte an: Es stärkt zuerst die erste Säule, weil die beiden anderen davon abhängen.

Was sind die 5 Säulen einer Führungskraft?

Die fünf Säulen einer Führungskraft werden häufig beschrieben als: Vorbild sein, Kommunikation, Vertrauen, Zielorientierung und Entwicklung der Mitarbeiter. Vorbild meint dabei nicht Perfektion, sondern Glaubwürdigkeit – dass Reden und Handeln übereinstimmen. Kommunikation umfasst klare Erwartungen ebenso wie echtes Zuhören. Vertrauen ist die Währung, mit der Führung überhaupt erst funktioniert: Ohne Vertrauen wird jede Anweisung kontrolliert statt umgesetzt. Zielorientierung gibt dem Team Richtung, und Mitarbeiterentwicklung sorgt dafür, dass Menschen wachsen, statt nur zu funktionieren. Je nach Autor variieren die Begriffe, der Kern bleibt: Führung ist Beziehungsarbeit mit Richtung.

Was sind die 5 Führungsgrundsätze?

Als die fünf klassischen Führungsgrundsätze gelten: Ziele vereinbaren statt nur Aufgaben verteilen, delegieren mit echter Verantwortung, konsequent und fair entscheiden, regelmäßig ehrliches Feedback geben und Mitarbeiter individuell fördern. Diese Grundsätze klingen selbstverständlich – ihre Umsetzung ist es nicht. In der Coaching-Praxis zeigt sich immer wieder: Die meisten Führungskräfte kennen diese Grundsätze, scheitern aber an einem oder zwei davon systematisch, etwa am konsequenten Delegieren („schneller mache ich es selbst“) oder am ehrlichen Feedback („ich will die Stimmung nicht kippen“). Ein Coaching macht sichtbar, welcher Grundsatz im eigenen Alltag verletzt wird und was dahinter liegt.

Was sind die 3 Ps der Führung?

Die drei Ps der Führung stehen für People, Purpose und Performance – Menschen, Sinn und Leistung. Das Modell bringt auf den Punkt, dass gute Führung drei Dimensionen gleichzeitig im Blick behalten muss: die Menschen mit ihren Bedürfnissen und Stärken, den Sinn und die Richtung des gemeinsamen Tuns und die konkreten Ergebnisse. Vernachlässigt eine Führungskraft die People-Dimension, verliert sie ihr Team; fehlt der Purpose, arbeiten alle beschäftigt, aber richtungslos; ohne Performance-Fokus bleibt es beim guten Willen. In manchen Varianten steht das dritte P auch für Process – die Aussage bleibt dieselbe: Führung ist ein Gleichgewicht, kein Entweder-oder.

Wie heißen die 6 Grundsätze wirksamer Führung?

Die sechs Grundsätze wirksamer Führung stammen vom Managementdenker Fredmund Malik und lauten: Resultatorientierung, Beitrag zum Ganzen, Konzentration auf Weniges, Stärken nutzen, Vertrauen und positives Denken. Malik versteht Führung als Beruf, den man lernen kann wie ein Handwerk – nicht als Frage der Persönlichkeit. Besonders wirksam in der Praxis sind zwei seiner Grundsätze: die Konzentration auf Weniges (die meisten Führungskräfte verzetteln sich in zu vielen Prioritäten – wer alles wichtig nimmt, führt nichts wirklich) und das Nutzen vorhandener Stärken statt des endlosen Reparierens von Schwächen, bei sich selbst wie bei den Mitarbeitern.

Was sind die 10 Goldenen Regeln für Führung?

Die zehn goldenen Regeln für Führung fassen zusammen, was sich über Jahrzehnte in der Praxis bewährt hat: Sei Vorbild. Kommuniziere klar. Höre zu, bevor du urteilst. Vereinbare Ziele und lasse den Weg offen. Delegiere echte Verantwortung. Gib zeitnah und ehrlich Feedback. Triff Entscheidungen – auch unbequeme. Bleibe fair und berechenbar. Fördere Menschen individuell. Und: Führe zuerst dich selbst. Auffällig ist, dass die zehnte Regel in fast allen Varianten dieser Listen auftaucht und doch am seltensten gelebt wird. Führungskräfte investieren in Strategien, Tools und Prozesse – aber kaum in die eigene Klarheit, Erholung und innere Ruhe. Dabei ist die Selbstführung der Hebel, an dem alle anderen Regeln hängen.

Eigenschaften und Kompetenzen: Was eine gute Führungskraft ausmacht

Welche 3 Eigenschaften sollte eine Führungskraft haben?

Auf drei Eigenschaften verdichtet, braucht eine Führungskraft: Klarheit, Integrität und Empathie. Klarheit bedeutet zu wissen, wohin es gehen soll und was das für Entscheidungen bedeutet – ein Team verzeiht Fehler leichter als dauerhafte Unklarheit. Integrität heißt, dass Worte und Taten übereinstimmen; sie ist die Grundlage jedes Vertrauens. Empathie schließlich ist die Fähigkeit, Menschen wirklich wahrzunehmen – ihre Situation, ihre Stärken, ihre Grenzen. Diese drei Eigenschaften lassen sich nicht antrainieren wie eine Präsentationstechnik, aber sie lassen sich entwickeln: durch ehrliche Reflexion, durch Feedback und durch die Bereitschaft, sich selbst infrage zu stellen. Genau dafür ist Führungskräfte Coaching der geschützte Raum.

Welche 5 Stärken hat eine Führungskraft – und welche Stärken zählen wirklich?

Die fünf Stärken, die in Studien und Praxiserhebungen am häufigsten mit erfolgreicher Führung verbunden werden, sind: Entscheidungsfähigkeit, Kommunikationsstärke, emotionale Stabilität, strategisches Denken und die Fähigkeit, andere zu entwickeln. Bemerkenswert ist dabei die emotionale Stabilität – sie taucht in älteren Kompetenzlisten kaum auf und gilt heute als eine der wichtigsten Führungsstärken überhaupt. Der Grund: Teams regulieren sich am Zustand ihrer Führungskraft. Ein Chef, der unter Druck hektisch, gereizt oder unberechenbar wird, überträgt genau das auf sein Team. Wer dagegen auch in Krisen ruhig und klar bleibt, gibt Sicherheit. Diese Stabilität ist keine Charakterfrage, sondern trainierbar – über Selbstwahrnehmung, Stressregulation und bewusste Phasen der Stille.

Was sind die 7 Kernkompetenzen einer Führungskraft?

Die sieben Kernkompetenzen einer Führungskraft umfassen: Selbstführung, Kommunikationsfähigkeit, Entscheidungskompetenz, Delegationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, strategische Kompetenz und Veränderungskompetenz. Diese sieben bauen aufeinander auf. Selbstführung ist das Fundament; Kommunikation und Entscheidung sind das Tagesgeschäft; Delegation und Konfliktfähigkeit entscheiden darüber, ob ein Team eigenständig arbeitet oder an der Führungskraft hängt; strategische und Veränderungskompetenz machen den Unterschied zwischen Verwalten und Gestalten. In Entwicklungsgesprächen und im Coaching von Führungskräften dient diese Liste oft als Standortbestimmung: Welche der sieben ist bei mir stark ausgeprägt, welche kostet mich regelmäßig Kraft oder Ergebnisse?

Welche 16 Eigenschaften sollte eine Führungskraft mitbringen?

Ausführlichere Kataloge nennen 16 Eigenschaften, die sich in vier Gruppen ordnen lassen. Zur Person: Integrität, Selbstreflexion, emotionale Stabilität, Lernbereitschaft. Im Umgang mit Menschen: Empathie, Kommunikationsstärke, Konfliktfähigkeit, Wertschätzung. In der Sache: Entscheidungsfreude, Zielorientierung, strategisches Denken, Verantwortungsbereitschaft. In der Haltung: Vorbildfunktion, Fairness, Vertrauensbereitschaft, Gelassenheit. Solche Listen wirken auf den ersten Blick erschlagend – niemand bringt alle 16 Eigenschaften voll ausgeprägt mit, und das ist auch nicht der Anspruch. Ihr eigentlicher Nutzen liegt im Abgleich: Welche drei davon sind meine natürlichen Stärken, auf die ich baue? Und welche ein, zwei Eigenschaften kosten mich oder mein Team gerade am meisten, wenn sie fehlen?

Welche Verhaltenskompetenzen benötigen Führungskräfte?

Verhaltenskompetenzen sind – anders als Fachkompetenzen – die beobachtbaren Verhaltensweisen im Führungsalltag: aktiv zuhören, klares Feedback geben, Erwartungen präzise formulieren, in Konflikten deeskalieren, unter Druck ruhig bleiben, Meetings wirksam leiten und schwierige Gespräche führen. Der entscheidende Punkt: Verhaltenskompetenzen entscheiden über die tatsächliche Wirkung einer Führungskraft, weit mehr als Fachwissen. Ein fachlich brillanter Abteilungsleiter, der in Konflikten ausweicht oder unter Stress verletzend wird, verliert sein Team trotzdem. Und weil Verhalten unter Druck von tief liegenden Mustern gesteuert wird, reicht es nicht, neue Techniken zu lernen – man muss die eigenen Muster kennen. Deshalb arbeitet gutes Coaching für Führungskräfte immer auf beiden Ebenen: am konkreten Verhalten und an dem, was es steuert.

Führungsstile: Orientierung im Begriffsdschungel

Was ist ein guter Führungsstil?

Ein guter Führungsstil ist der, der zur Situation, zum Team und zur Person passt – Forschung und Praxis sind sich heute einig, dass es den einen richtigen Führungsstil nicht gibt. Ein erfahrenes Expertenteam braucht Freiraum und klare Ziele; ein neues Team in der Krise braucht Struktur und Präsenz. Wirksame Führungskräfte beherrschen deshalb mehrere Stile und wechseln bewusst zwischen ihnen – man spricht von situativer Führung. Was allerdings über alle Stile hinweg konstant bleiben muss, sind Haltung und Werte: Fairness, Klarheit und Respekt sind kein Stil, sondern die Grundlage jedes Stils. Ein guter Führungsstil ist also weniger eine Frage des Typs als eine Frage der Bewusstheit: Weiß ich, wie ich führe, warum ich so führe – und wann mein bevorzugter Stil dem Team gerade nicht dient?

Welche 12 Führungsstile gibt es?

In der erweiterten Übersicht werden zwölf Führungsstile unterschieden: die klassischen nach Kurt Lewin – autoritär, kooperativ (demokratisch) und laissez-faire –, die sechs emotionalen Führungsstile nach Daniel Goleman – visionär, coachend, gefühlsorientiert, demokratisch, fordernd und befehlend – sowie drei neuere Ansätze: transformationale Führung (über Sinn und Inspiration), transaktionale Führung (über Ziele und Gegenleistung) und dienende Führung, Servant Leadership (die Führungskraft versteht sich als Ermöglicher ihres Teams). Für die Praxis wichtiger als die Etiketten ist Golemans Forschungsergebnis: Führungskräfte mit dem größten positiven Einfluss auf das Arbeitsklima beherrschen mindestens vier dieser Stile und setzen sie situativ ein. Der eigene bevorzugte Stil ist meist unbewusst gewachsen – ihn erst einmal zu erkennen, ist ein klassischer erster Schritt im Führungskräfte Coaching.

Führung im Alltag: Aufgaben, Sätze und Selbstprüfung

Welche 4 Aufgaben sollte eine Teamleitung erfüllen?

Die vier Kernaufgaben einer Teamleitung sind: Orientierung geben, Rahmenbedingungen sichern, Menschen entwickeln und Ergebnisse verantworten. Orientierung geben heißt, Ziele und Prioritäten so klar zu machen, dass das Team auch ohne ständige Rückfragen entscheiden kann. Rahmenbedingungen sichern bedeutet, Störungen fernzuhalten, Ressourcen zu beschaffen und Konflikte früh zu klären – die Teamleitung als Schutzschild, nicht als Flaschenhals. Menschen entwickeln umfasst Feedback, Förderung und das bewusste Übertragen wachsender Verantwortung. Und Ergebnisse verantworten heißt: Erfolge gehören dem Team, Misserfolge trägt die Leitung mit. Wer diese vier Aufgaben ernst nimmt, merkt schnell, dass operatives Mitarbeiten im Tagesgeschäft nicht die Kernaufgabe einer Teamleitung ist – für viele frisch beförderte Führungskräfte die schwerste Umstellung überhaupt.

Welche 4 Sätze sollten Führungskräfte niemals sagen?

Vier Sätze richten in Teams besonders zuverlässig Schaden an: „Das haben wir schon immer so gemacht“ – er beendet jedes Mitdenken und signalisiert, dass Verbesserungsvorschläge unerwünscht sind. „Dafür habe ich jetzt keine Zeit“ – als Dauerantwort übersetzt das Team ihn mit: Du bist mir nicht wichtig. „Das ist doch nicht so schwer“ – er entwertet die Anstrengung des Mitarbeiters und sorgt dafür, dass Probleme künftig verschwiegen werden. Und „Ich mache das schnell selbst“ – er nimmt Menschen Verantwortung, verhindert Entwicklung und macht die Führungskraft zum Engpass des gesamten Teams. Interessant ist, was diese vier Sätze verbindet: Sie entstehen fast immer aus Zeitdruck und Erschöpfung, nicht aus böser Absicht. Wer sie bei sich häufiger bemerkt, hat selten ein Kommunikationsproblem – sondern ein Belastungsproblem. Der Satz ist das Symptom, der Zustand die Ursache.

Was macht eine gute Chefin aus?

Eine gute Chefin macht im Kern dasselbe aus wie einen guten Chef: Klarheit, Integrität, Entscheidungsstärke und echtes Interesse an den Menschen, die sie führt. Dennoch lohnt die Frage einen eigenen Blick, denn Frauen in Führung begegnen oft anderen Erwartungen: Sie sollen durchsetzungsstark sein, aber nicht „hart“ wirken; nahbar, aber nicht „zu weich“. Studien zeigen zugleich, dass weiblich geführte Teams bei Kriterien wie psychologischer Sicherheit und Mitarbeiterbindung häufig überdurchschnittlich abschneiden – Eigenschaften, die eng mit kommunikativer, entwickelnder Führung zusammenhängen. Die wichtigste Erkenntnis für die Praxis: Gute Führung entsteht nicht durch das Kopieren eines fremden Stils, sondern durch das bewusste Führen aus den eigenen Stärken heraus. Das gilt für Chefinnen wie für Chefs – und es ist eines der zentralen Themen im Coaching von Führungskräften.

Woher weiß ich, ob ich eine gute Führungskraft bin?

Ob Sie eine gute Führungskraft sind, zeigen weniger Ihre Ergebnisse als das Verhalten Ihres Teams – und Ihr eigener Zustand. Vier ehrliche Prüffragen: Erstens: Bringen Ihre Mitarbeiter Ihnen schlechte Nachrichten früh und offen? Wenn Probleme Sie erst erreichen, wenn sie brennen, fehlt Vertrauen. Zweitens: Läuft Ihr Bereich auch, wenn Sie zwei Wochen nicht erreichbar sind? Wenn nicht, führen Sie über Abhängigkeit statt über Befähigung. Drittens: Entwickeln sich Menschen bei Ihnen weiter – übernehmen sie mehr Verantwortung als vor einem Jahr? Viertens: Wie geht es Ihnen selbst – führen Sie aus Kraft oder nur noch aus Pflicht? Eine erschöpfte Führungskraft kann kurzfristig gute Zahlen liefern, aber nicht dauerhaft gut führen. Wer bei zwei oder mehr dieser Fragen zögert, hat keinen Grund zur Scham – aber einen guten Anlass, mit jemandem von außen auf die eigene Führung zu schauen.

Fazit: Führung beginnt bei der eigenen Klarheit

So unterschiedlich die Modelle, Säulen und Regeln in diesem Artikel sind – sie laufen auf denselben Punkt zu: Die wichtigste Führungsaufgabe ist die Führung der eigenen Person. Klarheit über die eigenen Ziele, Muster und Grenzen ist kein weiches Zusatzthema, sondern die Voraussetzung für jede der genannten Kompetenzen. Und genau diese Klarheit entsteht selten im Alltag – sie braucht einen Raum außerhalb des Tagesgeschäfts.

Ein professionelles Coaching für Führungskräfte bietet diesen Raum: vertraulich, auf Augenhöhe und konsequent an Ihren realen Situationen ausgerichtet. Ob es um eine neue Rolle geht, um festgefahrene Konflikte, um chronische Überlastung oder um die grundsätzliche Frage, wohin Ihre Führung – und Ihr Leben – eigentlich zielen soll.

Mein Angebot für Sie

Coaching für FührungskräfteIch begleite Führungskräfte, Ärzte und Unternehmer, die beruflich stark sind und wieder klarer sehen wollen – in ihrer Führung, ihren Beziehungen und ihrer Berufung. Mein Ansatz verbindet fundierte Coaching-Methoden mit Elementen der Stille und Selbstführung; wer möchte, kann dabei auch die geistliche Dimension seines Lebens einbeziehen – als Christ ist mir dieser Raum vertraut, er ist aber selbstverständlich kein Muss.

Ein guter erster Schritt: Meine kostenlose 15-Minuten-Meditation „Stille vor Gott – vom Kopfkarussell zur Klarheit“ – eine geführte Übung aus Atemtechnik, Stille und einer Klarheits-Frage, die Sie direkt in Ihren Führungsalltag mitnehmen können. → Hier kostenlos anhören

Oder wir sprechen direkt: In einem kostenlosen Klarheitsgespräch (30 Minuten, online, vertraulich) finden wir heraus, was bei Ihnen gerade wirklich dran ist. → Termin buchen

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